Getrimmtes Fell

Was bedeutet das, welche Hunde können überhaupt getrimmt werden und was mache ich, wenn mein Hund nicht mehr zu trimmen ist?

Das Wort „trimmen“ wird fälschlicherweise gerne als Oberbegriff für die ganzheitliche Fellpflege verwendet. Dies führt oft zu Missverständnissen bei der Kommunikation zwischen Groomer und Hundebesitzer, denn das Trimmen beschreibt lediglich einen einzelnen Arbeitsschritt wie z.B. auch das Waschen, Schneiden oder Kämmen. Tatsächlich bedeutet Trimmen, die abgestorbenen Haare Ihres Hundes, händisch mit der Wurzel, aus der Haut zu zupfen. Dazu muss man wissen, dass nicht jedes Fell trimmbar ist. Ob Ihr Hund ein trimmbares Fell besitzt, ist abhängig von der Rasse bzw. muss anhand der Fellstruktur individuell bestimmt werden.

Zu Trimmhunden zählen bekannte Rassen wie: Schnauzer, Border Terrier, Parson Russle, West Highland Terrier, Münsterländer, Rauhaardackel, Irish Terrier, Airedale, Cairn Terrier, Fox Terrier, Mischlinge uvm.

Das professionelle Trimmen muss gelernt sein und wird daher nur von wenigen, qualitativen Salons angeboten.

Aber welcher Hund ist eigentlich „trimmbar“ und wie kann ich es als Hundebesitzer erkennen?

Grundsätzlich gilt: Trimmhunde besitzen ein mindestens zweischichtiges Fell (Unterwolle mit darüber liegender rauer Deckhaarschicht). In diesem Fall wird oftmals oberflächlich auf die Unterwollschicht getrimmt.

Einige Hunde besitzen sogar drei Haarschichten (Unterwollschicht mit zwei Deckhaarschichten). In diesem besonderen Fall wird auf die zweite Deckhaarschicht getrimmt. Hier ist die obige Haarschicht meist rau und stumpf und lässt sich leicht aus der Haut samt Wurzel herausziehen.

Dies tut dem Hund nicht weh, da der Haarfollikel bereits abgestorben ist und somit keinerlei Nutzen mehr hat. In diesem Fall sprechen wir Groomer von „reifem“ Trimmfell. Ist das Fell noch leicht seidig-glänzend und fest in der Haut verwurzelt, gilt es abzuwarten, bis es im Zyklus erneut zum rauen, reifen Deckhaar heranwächst. Hier ist oftmals die Geduld des Kunden gefragt. Denn getrimmt werden kann ausschließlich reifes, abgestorbenes Fell.

Wichtig ist, das sogenannte Trimmfell ausschließlich per Hand zu trimmen. Wird dieses Fell fälschlicherweise mit der Schere oder im schlimmsten Fall mit der Schermaschine gekürzt, ist es nach nur einmaliger Behandlung mehrheitlich irreversible verletzt. Das bedeutet, dass es erfahrungsgemäß in 90% aller Fälle, nicht mehr zu trimmen ist.

Durch die Schur verkümmert das abgestorbene Fell, das eigentlich aus der Haut natürlich ausfallen würde bzw. gezupft wird, in der Haut. Die Folge sind Farbverlust und Strukturveränderungen.

Das einst raue, stumpfe Trimmfell wird weich und verbleibt fest in der Haut.

Viele Hunde, die einst irrtümlich geschoren wurden „verwollen“ und besitzen leider dadurch keinen ausreichenden Schutz mehr vor Nässe und Parasiten. Dies gilt ebenso für die notwendige Belüftung der Haut.

Eine Schur im Sommer bringt ihrem Hund keinerlei Erleichterung – im Gegenteil. (Mehr Informationen dazu können Sie im Blogpost „Ich schere keine Unterwollhunde“ nachlesen)

Es gibt jedoch weitere Faktoren, die das Trimmfell und seine Trimmbarkeit beeinflussen: z.B. das Alter, die genetische Veranlagung sowie in vielen Fällen auch die Sterilisation/Kastration können die Fellstruktur verändern.

Nahaufnahme des Fells

Wie kann ich meinem Hund nach falscher Pflege trotzdem Erleichterung verschaffen?

Durch die Wucherung der Unterwolle, sollte gerade bei diesen Hunden in regelmäßigen Abständen (6-8 Wochen) die überschüssige Unterwolle fachgerecht ausgekämmt werden.

Das verschafft Ihrem Hund die größtmögliche Erleichterung und trägt dazu bei, dass die Farbpigmente des Deckhaares wieder zum Vorschein kommen. Dies ist jedoch oftmals ein langwieriger Prozess. Auf Kundenwunsch können im Anschluss Behänge mit der Schere gekürzt und/oder Profil geschnitten werden.